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Deutsche Bank: "Armutszeugnis" für neue Führungsspitze

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Startseite Entwicklung Gesundheit Kein Rettungsschirm für ärmste Länder der Welt
Kein Rettungsschirm für ärmste Länder der Welt
Geschrieben von: Redaktion   
Montag, den 18. Juni 2012 um 10:13 Uhr
g20_2012_mexiko_80Los Cabos. - Die Krise in der Eurozone steht am Montag und Dienstag im Mittelpunkt des G20 Gipfels in Los Cabos (Mexiko). "Für die europäischen Länder gibt es immer neue Rettungsschirme, aber wird es auch einen für die ärmsten Länder der Welt geben?", fragte Silvia Holten, Sprecherin von World Vision Deutschland. "Eine Milliarde Euro nach der nächsten zaubern die Regierungen für die Rettung der Banken aus der Tasche, aber wenn es um die ärmsten Länder der Welt geht, haben sie Stacheldraht in der Tasche."

World Vision erinnert die Führer der 20 reichsten Industrie- und Schwellenländer daran, dass es ein Menschenrecht auf angemessene Ernährung gibt. Dieses Recht werde seit Jahrzehnten massiv verletzt. "Fast eine Milliarde Menschen gehen jeden Tag hungrig ins Bett. Etwa 170 Millionen Kinder sind durch mangelhafte Ernährung in ihrer Entwicklung so geschwächt, dass sie ihr Leben lang unter den Folgen zu leiden haben. Daher sind die G20 Länder, die die mächtigsten und reichsten Staaten der Welt repräsentieren, verpflichtet, sich dieses Themas anzunehmen", forderte Holten.

Die Politiker der G20 hatten in der Vergangenheit bereits erste Schritte in die Wege geleitet, um die Schwankung der Nahrungsmittelpreise einzudämmen, die landwirtschaftliche Produktion zu steigern und die Ernährungssicherheit zu verbessern. "Dennoch sterben nach wie vor durch mangelhafte Ernährung jedes Jahr mehr als 2,5 Millionen Kinder. Mehr als 170 Millionen Kinder sind durch fehlende Mikronährstoffe und Vitamine in ihrer Entwicklung so geschwächt, dass sie ihr Leben lang unter den Folgen zu leiden haben. Daher fordern wir von den G20 Politikern, dass sie das Thema Ernährung mit der gleichen Dringlichkeit und Aufmerksamkeit verfolgen wie die Wirtschaftsthemen", so Holten. "Unter- und Mangelernährung von Kindern muss Top-Thema der G20 Agenda werden."

Die Finanzkrise sei von den reichsten Ländern verursacht worden, aber die ärmsten Länder der Welt trügen die Hauptlast, erklärte World Vision. 
Allein in der Sahel-Zone gebe es derzeit eine dramatische Hungersnot, von der rund 13 Millionen Menschen betroffen seien. Holten: "Es muss regelmäßige Konsultationen mit den ärmsten Ländern der Welt geben, damit ihre Sicht der Dinge in die G20-Agenda einfließen kann."

World Vision legt bei seiner Arbeit einen Schwerpunkt auf die primäre Gesundheitsversorgung, auf Aufklärung über gesunde Ernährung und auf die Förderung notwendiger Verhaltensänderungen auf Haushaltsebene. Außerdem setzt sich die Organisation für einen besseren Zugang zu nährstoffreichen Lebensmitteln, wie z.B. durch Tierhaltung und die Anlage von Nutzgärten, sowie für die Verbesserung der Qualität vorhandener Lebensmittel, z.B. durch Anreicherung mit Nährstoffen, ein.

"Gut, dass die mexikanischen Gastgeber trotz der alles beherrschenden Euro-Krise auch den Kampf gegen den Hunger auf die Tagesordnung des G20-Gipfels gesetzt haben", erklärte Thilo Hoppe, Sprecher für Welternährung von Bündnis 90/Die Grünen. Die Zahl der in bedrohlicher Weise chronisch Unterernährten steige weltweit wieder an und dürfte mittlerweile erneut die magische Grenze von einer Milliarde überschritten haben. Auch in dieser Krise müsse dringend über notwendige Rettungsmaßnahmen beraten und entschieden werden.

"Doch die G20 setzen dabei auf die falschen Partner", warnte Hoppe. "Statt gezielt die Kleinbauern in den Entwicklungsländern darin zu unterstützen, auf nachhaltige Weise Nahrungsmittel für die eigene Bevölkerung anzubauen, soll es auf dem G20-Gipfel um Großinvestitionen gehen, von denen in erster Linie multinationale Agrarkonzerne wie Monsanto profitieren. 'Öffentlich-Private Partnerschaften' (Public Private Partnerships) mit der Agro-Industrie ist das neue Zauberwort, mit der die G20 glauben das Welthungerproblem lösen zu können. Doch der Weltagrarbericht der Vereinten Nationen (IAASTD) hat längst nachgewiesen, dass wir es beim Hunger in der Welt nicht mit einem Mengen-, sondern mit einem Zugangs- und Verteilungsproblem zu tun haben. "

www.g20.org
www.worldvision.de
Tags: G20
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 20. Juni 2012 um 14:01 Uhr
 

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