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Startseite Länder / Regionen Lateinamerika DSW-Datenreport 2010: Die Welt altert
DSW-Datenreport 2010: Die Welt altert PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Redaktion   
Mittwoch, den 28. Juli 2010 um 16:00 Uhr
dsw_datenreport10Hannover (epo.de). - Auch in Entwicklungsländern altert die Bevölkerung. Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) sieht in diesem Prozess "große Chancen". Denn ausgehend von einer derzeit sehr jungen Bevölkerung werde es dort in Zukunft mehr Menschen im erwerbsfähigen Alter und gleichzeitig weniger Ältere und Kinder geben, die versorgt werden müssen. Neueste Zahlen dazu liefert der Datenreport 2010, den die DSW am Mittwoch in Hannover veröffentlicht hat.

Afrika hat dem Bericht zufolge derzeit noch eine sehr junge Bevölkerungsstruktur, nur drei Prozent der Gesamtbevölkerung sind über 65 Jahre alt. In Deutschland dagegen ist heute schon jeder Fünfte 65 Jahre und älter. Kommen heute in Afrika noch 16 Personen im erwerbsfähigen Alter auf einen älteren Menschen, werden es 2050 dem neuen Datenreport zufolge voraussichtlich nur noch neun Erwerbspersonen sein. (In den Industrieländern gibt es derzeit durchschnittlich vier Menschen im erwerbsfähigen Alter pro Über-64-Jährigen).

Sinken in Entwicklungsländern mit einer jungen Bevölkerungsstruktur die Sterbe- und vor allem die Geburtenraten, so führt das dazu, dass der Anteil der Menschen im arbeitsfähigen Alter an der Gesamtbevölkerung steigt. Ist dieser Anteil höher als die Zahl der Kinder und Älteren, die versorgt werden müssen, nennt man dies die "demographische Dividende".

"Durch die Alterung öffnet sich den afrikanischen Ländern ein Zeitfenster, in dem sie die Gelegenheit haben, einen Weg aus der Armut zu finden", erklärte DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr. Ein Beispiel hierfür sei das rasante Wirtschaftswachstum der ostasiatischen Tigerstaaten in den 1980er und 90er Jahren. Sie hätten den demographischen Vorteil genutzt, um in Bildung, Gesundheitsversorgung und andere zentrale öffentliche Dienstleistungen zu investieren. "Jetzt gilt es, das Zeitfenster zu nutzen. Dazu sollte auch die Bundesregierung ihren Beitrag leisten und die ärmsten Länder der Welt unterstützen", forderte Bähr.

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Sie unterstützt Aufklärungsinitiativen und Familienplanungsprojekte in Entwicklungsländern. Zurzeit engagiert sich die DSW nach eigenen Angaben in insgesamt 31 Entwicklungsprojekten in Ostafrika sowie Asien.

www.weltbevoelkerung.de
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 05. August 2010 um 10:09 Uhr
 

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